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Kampfstellung Kid kleinKinder sind keine kleinen Erwachsenen!

Kinder haben den Wunsch, über ihren normalen und alltäglichen Bewegungsdrang etwas spezifischer zu arbeiten. Mädchen und Jungen, die tagsüber artig und ruhig die Schulbank drücken müssen, freuen sich über eine alternative Möglichkeit des Lernens. Spielen, sich frei bewegen können und sich mal so richtig auszuprobieren, ist dabei die eine individuellere Seite, Rücksichtnahme, Toleranz, Respekt und gegenseitige Hilfestellungen die Andere eher sozial orientierte.

Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie haben eigene Bedürfnisse, eigene Sichtweise, eigene Empfindungen und eine eigene Wahrnehmung. Ihre physischen und psychischen Voraussetzungen gleichen überhaupt nicht denen von Erwachsenen bzw. Jugendlichen. Sie haben noch kein oder ein sehr geringes Potential, Gefahren bzw. gefährliche Situation auch als solche Einzuschätzen, die Neugier überwieg, sie verfügen über nur unausgereifte Schutzreflexe/Funktionen und erkunden naiv und unbedarft ihre Umwelt. Außerdem sind sie sowohl ihren Eltern, als auch Erwachsenen gegenüber absolut loyal.

So ist das Kindertraining immer auch als ein "erzieherischer Weg" zu sehen, dessen Ziele, Inhalte und Methoden von dem Geschick der Trainer abhängen. Drängt ein Trainer zu sehr auf Leistung und weiteren äußerlichen Dingen, kann er damit zu sehr am Ego des Kindes kratzen, Überforderungssituationen sind vorprogrammiert. Das Kind lernt, sich zusehends als Konkurrenz zu anderen Kindern zu verstehen und richtet sein Handeln darauf ein - ist das klug? Leistungskontrollen und die Förderung von Rivalität haben in der Sai-Fon Kampfsystemschule nichts zu suchen. Hier wird getobt und gespielt aber auch ernsthaft trainiert. Spaß und Ernst liegen natürlicher Weise dicht nebeneinander, müssen dadurch aber sorgfältig auseinander gehalten werden.

Information für Eltern:

Wichtig zu erwähnen ist, dass der Kids-Club nur begrenzt etwas für Kinder sein kann, die als Verhaltensauffällig beschrieben werden bzw. psychischen und/oder physischen (auch motorische) Einschränkungen unterliegen. Bei den "Kinder-Volkskrankheiten" ADHS und ADS, bei denen sich selbst Experten nicht immer einig sind, wie diese Beeinträchtigungen im Bezug auf ein "normales (?)" Leben zu bewerten sind, werden häufig schon im täglichen Miteinander - also außerhalb des regelrechten Trainingsbetriebes - Grenzen erreicht. Zumeist haben diese Grenzen damit zu tun, dass die betreffenden Kinder zwar für das Training motiviert sind, dennoch durch ihr Verhalten Situationen bzw. Tatsachen schaffen, die Ausnahmeregelungen erforderlich machen würden. Derartige Regelungen machen allerdings nur Sinn, wenn sie perspektivisch eine Re-Integration in die Gruppe der anderen Kinder zum Ziel hat. Hierzu wiederum ist nicht nur pädagisches Wissen Voraussetzung, sondern auch eine durch Ziele, Inhalte und Methoden geleitete regelrechte "Hilfeplanung". Diese wiederum würde den gesamten Rahmen des Kids-Clubs sprengen. Bedeutet: Der Trainer des Kids-Club schaut sich bei Kindern, die derartigen Beeinträchtigungen unterliegen, über Probe-Trainingseinheiten genau an, ob hier ein Zusammenwirken geeignet oder eher ungeeignet ist.

Spaß bedeutet im Kids-Club:

Spielen, rumtollen, rumalbern, Witze reißen, sich ausprobieren, an Grenzen gehen. Wenn die Kinder miteinander spielen, soll dies nicht als ein einfaches "austoben", also als Konsum für die Kinder neben anderen Konsumformen, verstanden werden. Die Spiele für Kinder haben eine sozialisierende Eigenschaft, wodurch wiederum soziale Attribute, wie z. B. das Erleben von Gemeinsamkeit, Empathie und Selbstwirkung gefördert wird.

Ernst bedeutet im Kids-Club:

Sich auf ein Ziel konzentrieren, mit Ruhe vorgehen, Stress vermeiden, besonnen sein, von anderen Kindern lernen. Gerade das zurückwerfen der Kinder auf sich selbst entwickelt einen gesunden, kritischen Blickwinkel bei Kindern. Fragen werden nicht so - weil es einfacher ist - mit "ja" oder "nein" beantwortet, sondern an das Kind zurückgegeben. Verstärkend kommt hier die direkte Auseinandersetzung mit einem anderen Kind hinzu, wodurch die Bilder "ICH" und "WIR" einen festen Rahmen gewinne. Verantwortung für jemanden zu tragen, zu spüren, wie gut es tut, sich auf jemanden anderen verlassen zu können und zu erleben, dass nur durch ein gemeinsames Zusammenwirken ein Ziel zu erreichen ist, sind Erfahrungen, die über den Kids-Club vermittelt werden sollen.

Information:

Unser Kids-Club-Trainer war der erste Trainer im Kreis Nienburg, welcher die Jungenarbeit überhaupt konzeptionell erfasste und strukturierte. Dabei arbeitete er eng mit der Husumer Grundschule und deren Rektorin innerhalb eines Projektes zusammen, die ebenfalls einen entscheidenden Anteil an der Entwicklung der Jungenarbeit nahm. Hintergrund dieses Projektes war ein Beschluss des niedersächsischen Kultusministeriums, wonach Mädchenarbeit (speziell WENDO) an Schulen finanziell gefördert wurde, den Jungen jedoch jegliche Förderung vorenthalten wurde.

Das Projekt an der Husumer Schule war - im Gegensatz zu sämtlichen derzeitig vorhandenen Konzepten für Mädchen - nicht ausschließlich geschlechtsspezifisch orientiert, so dass im letzten Teil der Durchführung eine enge und partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Jungen und Mädchen tatsächlich möglich wurde. Zu diesem Zeitpunkt wurden die Konzepte dieses Projektes von sämtlichen Nienburger Schulen, anderen Einrichtungen und Vereinen nicht ernst genommen und die Problematik von auffälligen Jungen ignoriert. Der Ansatz dieser Institutionen fokussierte sich ausschließlich auf die Arbeit mit den Opfern, also den Mädchen und lies die Jungen außen vor. Mittlerweile gibt es kaum Einrichtungen, die nicht im Bereich der Jungenarbeit tätig sind bzw. tätig sein müssen - eigenartiger Weise ähneln sich die dabei angewendeten Konzepte mit denen des Projektes der Husumer Schule.

Der Kids-Club kann im Bereich der Gefahrenabwehr für Kinder nur einen kleinen Teil abdecken, der größere Teil muss weiterhin durch das Elternhaus und die Schule aufgefangen werden. Selbstvertrauen bekommt ein Kind ausschließlich durch Erfolgserlebnisse und guten Zuspruch, dies muss nicht zwangsläufig mit Kampfkunst zu tun haben, sondern könnte in jedem Verein stattfinden. Ein stabiles Elternhaus mit Eltern, an dem sich ein Kind positiv orientieren kann, ist die Grundlage für ein gesundes Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. Daher ist der Kids-Club und die dortige Arbeit mit den Kindern immer auch von der Mitarbeit und Unterstützung der Eltern abhängig.

Andreas Liebsch - Trainer

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