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Menü: Hubud-Lubud

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Hubud-Lubud heißt frei übersetzt „festlegen und befreien“, ist fester technischer Bestandteil des Kali und wird auch als „Energy- bzw. Sensitivity-Drill" bezeichnet. Hubud-Lubud diente ursprünglich der Entwicklung einer Methode, um im Nahkampf auf engstem Raum den Überblick zu bewahren und die Eigenschaften des Körpers vollkommen auszuschöpfen und zu kontrollieren. Hubud-Lubud kann sowohl mit, als auch ohne Waffen (Stöcke oder Messer) durchgeführt werden.

Wenn die Möglichkeiten des visuellen Systems überfordert sind, kommt das taktile und kinästhetische System zum Tragen. Im taktilen Bereich sind es die Reize über die Haut und über die Hände, die Reaktionen auslösen, welche sowohl mit als auch gegen den Partner geführt werden können. Das kinästhetische System dient zum effektiven, ökonomischen und koordinierten Einsatz des Körpers. Beim taktilen System entsteht der Kontakt zum Partner durch Zug, Druck und/oder Trapping, wobei ständige Bewegungsmodifikationen die Konsequenz sind, beim kinästhetischen System wird der Fokus auf die eigene Körperkontrolle mit den verschiedensten Faktoren, wie Energiemaß, Atmung, Muskeltonus usw. gerichtet.

Intention des Hubud-Lubud ist keinesfalls die Erlernung einzelner Techniken, sondern die dynamische Situation zwischen zwei Lernenden, die aus einer immer wiederkehrenden Abhandlung von Techniken einen Bewegungszyklus initiieren. Dabei können später – im fortgeschrittenen Status – durchaus Techniken, wie Boxen, Kicken, Hebeln, Werfen, Würgen usw. integriert werden, um den Status einer realitätsgebundenen Methode Rechnung zu tragen. Vorteil hierbei ist, dass sämtliche Techniken nicht statisch, abgesprochen und steif, sondern flexibel, interaktiv und spontan improvisiert werden.

Dabei lernt jeder Übende in seiner eigenen, individuellen Geschwindigkeit und ist für seinen Trainingspartner Lehrer und Lernender zugleich. Um diesen Drill „gelingen“ zu lassen, müssen sich beide Übenden aufeinander einlassen und arbeiten „miteinander - gegeneinander - miteinander“. Miteinander, weil nur beide Partner zusammen einen Bewegungszyklus dieser Art initiieren können. Gegeneinander, weil man dabei einen eigenen, individuellen Stil entwickelt, den es ständig gilt, mit „legalen“ und „gleichwertigen“ Mitteln gegenüber dem Stil des Partners abzugrenzen. Wiederum miteinander, da eigene Fehler und Schwachstellen (durch die Qualitäten des Partners) erkennbar werden und gelernt wird, sein eigenes Handeln ständig zu überdenken und zu modifizieren. Gerade dies macht die Progressivität von Hubud-Lubud aus: das „sich Einlassen“ auf die Entwicklung der eigenen Flexibilität, Kreativität und Spontaneität, sowie das Gegensteuern von Blockaden, Ängsten und Vorurteilen. Probleme werden zu einem dynamischen Kontext, welche mit dem Trainingspartner im „hier und jetzt“ angegangen und gelöst werden.

Hubud-Lubud ist ein Bewegungszyklus, der zwischen zwei Übenden eine nonverbale Kommunikationsebene initiiert und dadurch eine qualitativ hochwertige Plattform für pädagogische Interventionen schafft. Hubud-Lubud benötigt wenig Raum, stellt keine größeren konditionellen Anforderungen an die Übenden und verhilft schnell zu Erfolgserlebnissen.

Eigenschaften von Hubud-Lubud
  • Hilfe zur Überwindung von Kontakt- und Berührungsängsten

    Da Hubud-Lubud - um zu "funktionieren“ - Kontakt benötigt, müssen sich beide Übenden aufeinander einlassen. Dennoch bleibt zwischen ihnen genügend Platz, um die Situation nicht bedrohlich wirken zu lassen. Ein „aufeinander hocken“ findet nicht statt, beide Übenden haben zu jeder Zeit die Möglichkeit, Hubud-Lubud zu unterbrechen.

  • Verminderung von Konkurrenzgedanken

    Wettkämpfe, bzw. wettkampfähnliche Situationen, wie sie häufig in Kampfkünsten zu finden sind, können Blockaden und Versagensängste hervorrufen. Im harmloseren Fall kann es den Übenden den Spaß nehmen, im schlimmsten Fall den Abbruch der Trainingseinheit zur Folge haben. Außerdem provozieren Wettkämpfe bzw. Wettkampfspiele immer wieder die Überschreitung gewisser Grenzen und Regeln. Beim Hubud-Lubud gibt es keine Wettkämpfe, keine Versagensängste, kein Konkurrenzdenken und somit auch nicht die Angst vor Blamagen. Hier müssen beide Übenden gemeinsam die Möglichkeiten ihres Handelns im direkten Dialog von Körper und Geist abhandeln.

  • Stärkung des „Wir-Gefühls“

    Durch die starke Verknüpfung beider Übenden miteinander wird häufig Zeit und Raum vergessen. Was zählt ist das „hier und jetzt“ und die Auseinandersetzung mit dem Partner. Je besser die Einstellung eines Übenden auf seinen Partner gelingt, umso höher die Wahrscheinlichkeit einer befriedigenden Arbeit. Hubud-Lubud kann dementsprechend positiv auf die Entwicklung von Beziehungen einwirken, da unverbindliche Kontakte entstehen. Kommuniziert wird nicht nur über Sprache oder den Körperkontakt, sondern auch über das Empfinden.

  • Stressabbau

    Mitgebrachte und aufgestaute Emotionen können im körperlichen und geistigen Kontext mit dem Partner angegangen und gelöst werden. Die Übenden lassen sich - unabhängig von ihrer Stimmung - aufeinander ein und (unter)stützen sich gegenseitig. Einflüsse von außen gibt es praktisch nicht, so dass sich beide voll aufeinander einstellen und konzentrieren können.

  • Förderung der Persönlichkeit

    Jeder bewegt sich anders, bzw. drückt sich anders aus. Es gilt, beim Hubud-Lubud Individualität zu behalten und zu gewähren, sowie die Bewegungen immer als die eigene, gestaltende Persönlichkeit durchscheinen zu lassen. Dabei ist es wichtig, die Persönlichkeit des Partners nicht mit der eigenen zu überlagern.

Fortgeschrittenen Schülern des Hubud-Lubud beschäftigen sich mit umfangreicheren und komplizierteren Bewegungsabläufen. Intention ist es, die Energie des Partners zu fühlen, sensitiv in den eigenen Bewegungsrhythmus zu integrieren um sie letztlich den Partner durch eine "Hintertür" wieder zukommen zu lassen.. Praktisch wird auf jeden Druck oder Zug mit der jeweils entgegenwirkenden Kraft reagiert. Dabei "verformen" sich zunächst die Körperteile, welche die Energie des Partners aufnehmen (Arme) und speichern die Energie kurzfristig ab. Dies ist vergleichbar mit einem Ball, der sich im Moment des Kontaktes mit dem Boden an der Kontaktfläche verformt und dem Boden anpasst (= den Boden spiegelt), wobei die dadurch entstehende Energie zunächst im Ball selbst gespeichert wird. Kurz darauf schießt diese Energie genau in diese verformten Flächen zurück und gibt die gespeicherte Energie nach außen frei. Beim Hubud-Lubud wird die gespeicherte Energie ebenfalls sofort wieder freigegeben und dem Partner zugeführt, der wiederum mit der ihm zugeführten Energie gleichermaßen taktiert.

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