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Die globale Einteilung der Schulen erfolgt nach den Schulstufen (Primärstufe und die Sekundärstufen I und II) und nach den Schularten, wie allgemeinbildende Schulen (Grundschule, Hauptschule, Realschule, Gymnasium, Gesamtschule und die Förderschulen) und berufsbildende Schulen (z. B. Berufsschulen und Berufsfachschulen), sowie nach öffentlichen und privaten Schulen. Sie alle gliedern sich der öffentlichen Verwaltung und den Anweisungen und Verordnungen der staatlichen Schulaufsicht und der Schulträger unter und erfüllen somit den staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrag. Organisierte Bildung und Erziehung gehören damit zu den Schlüsselqualifikationen einer Schule. Die Schule ist aber auch ein Ort, an dem sich Menschen innerhalb eines bestimmten Zeitrahmens aufeinander einlassen müssen.

Jede Schule ist auch ein eigenständiger, lebendiger Organismus. Hunderte von Personen treffen sich täglich mit den unterschiedlichsten Motivationen und versuchen ihre Bedürfnisse, Wünsche, Ängste usw. wie in einem großen Uhrwerk aufeinander abzustimmen und ineinander greifen zu lassen. Die dafür notwendige Gebrauchsanleitung sollen die formellen und informellen Regelungen, die vielerorts auch Haus- und/oder Schulordnung genannt werden, bieten. In ihr sind die individuellen Regeln, Normen und Grundeinstellungen verankert, an denen sich alle Akteure der jeweiligen Schule zu halten haben. Damit werden aber auch Erwartungshaltungen an die verschiedenen Rollen der Beteiligten (Schüler-, Lehrer- Elternrolle) definiert, deren Bandbreite vom Besitz konkreter Rechte und Pflichten bis hin zur humanen Verantwortlichkeit gegenüber dem Nächsten oder sich selbst reicht. Mitverantwortungsgremien (Lehrer- und Schulkonferenzen, Schüler- und Lehrervertretung) sorgen dafür, dass bei bestimmten Schulangelegenheiten auch die Meinungen anderer, am Prozess beteiligter Akteure, berücksichtigt werden.

Das Besondere an der Organisation ‚Schule’ ist jedoch, dass ein Teil ihrer Akteure, die Schüler, aufgrund der Schulpflicht eine ‚Zwangsmitgliedschaft’ ausüben.

Simsa 2001, S.6

Kinder und Jugendliche halten sich täglich zumeist mehr als die Hälfte ihres Tages in Schulen auf. Damit ist die Schule - neben dem Elternhaus - die wichtigste und prägenste Sozialisationsinstanz in Deutschland. In ihr sollen Schüler zu autonomen und mündigen Mitmenschen erzogen werden, indem die Vermittlung von Kenntnissen, Fähig- und Fertigkeiten sowie Verhaltensmustern und Verhaltensprinzipien den größten Teil der Schulzeit einnimmt.

Die Schule ist aber ebenso das nachhaltige Spiegelbild unserer Gesellschaft. Nirgendwo sonst treffen derart viele Kinder und Jugendliche aus den unterschiedlichsten kulturellen Kreisen und den verschiedenen sozialen Schichten aufeinander und müssen versuchen, gemeinsam einen Integrationsprozess stattfinden zu lassen. Durch diese erzwungene Auseinandersetzung der verschiedenen Beteiligten auf unterschiedlichen Ebenen, werden Schüler in ihrem Verhalten, Handeln, Fühlen und Denken beeinflusst. Konflikte sind hier praktisch vorprogrammiert, wobei jede Schule für sich über individuelle Interaktionen verfügt, um den Schulalltag für Lernende und Lehrende zugleich erträglicher zu gestalten (vgl. ebd.)

Dreh- und Angelpunkt für die Vermittlung von Bildung und Erziehung ist der zeitlich genau festgelegte Unterricht der Schüler durch einen Lehrer mittels Frontalunterricht in einem Klassenraum. Dies ist zugleich die klassische Lehr- und Lernsituation an Schulen. In den kürzeren und längeren Pausen, die eine Regeneration der Leistungskraft und der Motivation der Schüler bewirken soll, können darüber hinaus die sozialen Kontakte der Schüler untereinander gestärkt und neue initiiert werden. Die gesamte Schul- und Unterrichtsatmosphäre wirkt sich sowohl auf einzelne Schüler und deren Lern- und Sozialverhalten, als auch auf die Klassengemeinschaften und deren Produktivität aus. Gemeinsame Ziele einer Klassengemeinschaft können sich durch stetige Lernerfolge, der freudigen und motivierten Teilnahme am Unterricht und einem konsensorientierten Umgang mit Konflikten äußern (vgl. Drechsler-Schubkegel 2001, S. 6). Gerade Kompromissfähigkeit ist im Hinblick auf die im Schulalltag variantenreichen Konflikte, eine - auch aus pädagogischer Sicht – absolut erforderliche Eigenschaft.

So sieht es auch das Bundesverfassungsgericht als höchste Instanz verfassungsrechtlicher Aufsicht und stellt den staatlichen Erziehungsauftrag von Schulen gleichberechtigt neben dem elterlichen Erziehungsrecht (Artikel 6 Abs. 2 GG). Neben der reinen Wissensvermittlung werden der Schule auch erzieherische Aufgaben zugewiesen. Eine Passage dazu findet sich in sämtlichen Schulgesetzen wieder. Aus dem praktischen Schulalltag scheint ein Bedarf nach kompromissfähigen und toleranten Schülern - auch im Umgang mit Andersdenkenden - zu wachsen. Dies soll den Schülern in der Schule vorgelebt und vermittelt werden.

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