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Der Vielzahl gewaltpräventiver Projekte steht eine Vielzahl an Trainern und Leitern diverser Vereine bzw. Schulen gegenüber. Sind diese Trainer automatisch für solche Angebote qualifiziert, weil sie schwarze Gürtel besitzen? Häufig kommen Trainer aus Vereinen oder Schulen mit einer Zielgruppe in Kontakt, die z. T. aus Opfern von Gewalttaten besteht, wie z.B. Frauen bei SV-Kursen oder Schüler bei gewaltpräventiven Projekten an Schulen. Gerade die Gewalt unter jüngeren Menschen wird von der Umwelt zumeist weniger ernst genommen, die Problemlage als solche nicht ausreichend erkannt oder heruntergespielt. Trainer, die solche Hintergründe nicht hinterfragen bzw. erschließen, nehmen gleichfalls die Opfer nicht ernst genug, die wiederum zumeist innerlich einem hohen Leidensdruck ausgesetzt sind.

Neben körperlichen und finanziellen Schäden zählen auch emotionale und psychische Ängste, sowie soziale Folgen zu den Resultaten von Gewalttaten an jungen Menschen:

  • Scham- und Ohnmachtsgefühle, Angst vor Wiederholung und Depressionen sind symptomatisch für den Verlust des Urvertrauens zwischenmenschlicher Beziehungen (Verlust des Sicherheitsgefühls).
  • Assoziationsängste bewirken eine Begrenzung des bisherigen Lebens- und Erfahrungsraumes. Der benötigte Raum zur freien Entwicklung der eigenen Identität der jungen Menschen wird dadurch erheblich eingeengt.
  • Opfer haben häufig Probleme, ihre empfundene Ohnmacht in Worte zufassen. Angst vor der Reaktion Anderer (z. B. Freunde) treibt sie in die Defensive. Abbruch von Freundschaften und Einschränkungen in der Freizeitgestaltung sind u. a. die Folgen.

Aus der Problemlage der oben erwähnten Zielgruppe ergibt sich für den Leiter eines Seminars primär keine trainingstechnische Relevanz. Vielmehr stehen pädagogische und psychologische Eigenschaften eindeutig im Vordergrund. Es ist zu erahnen, welchen Anforderungen, Fallen und Gefahren sich ein Trainer stellt, sofern nur weinige seiner Schüler und/oder Seminarteilnehmer über derartige Erfahrungen verfügen. An dieser Stelle sollte noch einmal daran erinnert werden, dass Gewalterfahrungen unter Kinder und Jugendlichen weit verbreitet sind und keine Ausnahmesituation darstellen.

Täter und Opfer können aber auch in einer Gruppen vereint sein, wie z.B. in Seminaren für Kinder oder in Projekten an Schulen. Zu der oben skizzierten Problematik der Opfer, käme also die der Täter noch hinzu und würde den Leiter einer Maßnahme auf einer ganz anderen Ebene fordern. Bei Seminaren oder Kursen mit ganzen Schulklassen ist die Wahrscheinlichkeit außerordentlich hoch, auf höchst problematische Zusammensetzungen zu stoßen. Neben der Problematik der Täter und der Opfer kommt die präventive Arbeit im eigentlichen Sinne zur Geltung. Hier muss der Leiter einer solchen Maßnahme einen regelrechten Spagat leisten: einerseits müssen Details benannt werden, die Opfer und deren Verhalten charakterisieren, andererseits ist gerade hier die Gefahr groß, das Vertrauen der anwesenden Opfer eben dadurch zu verlieren. Es ist also als Trainer bzw. Leiter einer Maßnahme wichtig, Sackgassen zu vermeiden und Perspektiven zu schaffen.

Wenn aus den eben genannten Argumenten ein Anforderungskatalog an Trainer oder Leiter von Seminaren und Kursen erstellt werden würde, wären grundlegende pädagogische Voraussetzungen und Erfahrungen unumstritten. Kenntnisse und Erfahrungen in gesprächstherapeutischen Konzepten, wären sicherlich sinnvoll.

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