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Menü: SV - Realität

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Das normale Training in einem Verein oder einer Schule presst die Schüler in eine bestimmte Form, Angriffe sind nicht ernst gemeint, Verletzungen deswegen nicht zu befürchten. Fairness und ein partnerschaftlicher Umgang miteinander sind zumeist feste Bestandteile der Statuten eines Vereines bzw. einer Schule. In einem sportlich fairen Wettkampf haben beide Parteien von Anfang an die gleichen Chancen, ein Kampfrichter überwacht die Einhaltung bestimmter Regeln. Begrenzungen der Kampffläche und der Kampfzeit, die Unterscheidung in Alters- und Gewichtsklassen sowie die Entschärfung gefährlicher Techniken charakterisieren den Wettkampf. Dieser unterscheidet sich deutlich von dem ernsten Charakter eines Straßenkampfes und ist daher in seinem Realitätsgrad erheblich eingeschränkt.

Außerdem handeln die verschiedenen KK im Bereich der Selbstverteidigung fast ausschließlich ihr eigenes Repertoire ab. So besteht die SV im Judo hauptsächlich aus Würfen, Würgern und Haltegriffen, im Karate und Taekwon-Do eher aus Fuß- und Handtechniken und im Aikido vornehmlich aus Würfen, Hebeln und Rotationsbewegungen. Da Gewalttaten in ihrem Verlauf zumeist über mehrere so genannte „Kampfdistanzen“ ausgetragen werden und häufig mit der Bodenlage eines oder aller Kontrahenten enden, ist das Training sämtliche Distanzen für das Streetfighting unausweichlich.

Der folgende Überblick verdeutlicht den Umfang einer Gewalttat, bei der sich Täter und Opfer über sämtliche Distanzen bekämpfen. Abgesehen von den körperlichen Herausforderungen eines solchen Kampfes lässt sich der Stressfaktor nur erahnen. Die möglichen Kampfkünste und Kampfsportarten, welche hinter den jeweiligen Distanzen aufgeführt sind, sollen die Bandbreite der Angebote verdeutlichen und stehen repräsentativ für sämtliche Angebote:

Tritt-DistanzSavate, Kali, Thai-Boxen, Taekwon-Do, Capoeira, Karate, Kickboxen, etc.


In dieser Distanz wird vor allem mit Schuhwerk getreten, wobei Schuhspitze und Schuhrand wichtige Waffen sind. Auch die berüchtigten "low-kicks" - Schienbeintritte gegen die Beine des Gegners - kommen zur Geltung.

Box-DistanzEuropäisches Boxen, Kali, Thai-Boxen, Kickboxen, etc.

Längste Waffe ist der "eye-jab", ein Fingerstich zu den Augen. Grundsätzlich wird allerdings der Faustkampf praktiziert, wobei die Hand naturgemäß als Hauptwaffe benutzt wird. Sie kann als Fauststoß oder Faustschlag, als Faustrückenschlag, als Handkantenschlag und als Hand- oder Fingerstiche eingesetzt werden. Auch sind in dieser Distanz kurze Tritte möglich.

Nahkampf- bzw. Trapping-DistanzKali, Wing-Chun, Thai-Boxen, etc. 

Der Gegner ist zum Greifen nahe. Signifikant für diese Distanz ist die Überforderung des visuellen Systems: die Augen können den Täter nicht mehr ganz erfassen. Das taktile- und das kinästhetische System gleichen diesen Nachteil aus. Die Effektivität eigener Bewegungen liegt im sinnvollen und kurzfristigen festsetzen bzw. kontrollieren (trappen) der Arme und/oder Beine des Gegners. Dadurch findet sich Zeit und Raum für Gegenattacken durch Nahkampfwaffen, wie Ellbogen, Knie, Kopf, Hüfte, Schulter, Füße und Schienbeine.

Wurf-DistanzKali, Thai-Boxen, Silat, Ringen, Shoot-Wrestling, Judo, Ju-Jutsu, etc. 

Ziel ist es, den Gegner unspektakulär zu Boden zu bringen und ihn dadurch evtl. kampfunfähig zu machen. Dabei ist jedes Mittel recht: umklammern, ziehen, schieben, reißen, schupsen, Beinstellen, Gelenke hebeln, Haare ziehen, kneifen, beißen usw. Auch Wurftechniken z. B. aus dem Judo oder Ringen finden ihre Anwendung.

Bodenkampf-DistanzKali, Shoot-Wrestling, Ringen, Judo, Silat, Ju-Jutsu, etc. 

Als Waffe muss das gesamte Repertoire des Körpers genutzt werden. Der Gegner wird mit allen nur praktikablen Möglichkeiten bekämpft. Mit Grundängsten, wie Atemnot, Platzangst oder Todesängsten wird man nicht selten konfrontiert. Das Besiegen der Ängste, sowie intuitives Handeln und ein absoluter Siegeswille sind überlebenssichtige Eigenschaften und müssen ständig trainiert werden.

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