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Samstag: Kids-Club 2.0  

Ein absolutes Phänomen unter den Vorurteilen bildet der Glaube, ein Kampfkünstler dürfe seine Techniken auf der Straße nicht anwenden. Im StGB §32 Abs. 2 ist dazu folgendes nachzulesen:

Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einem anderen abzuwenden.

Notwehr - StGB § 32 Abs. 2

Fakt ist: In keinem Gesetzbuch sind Ausführungen zu finden, die es Kampfkünstlern verbietet, auf einen gegenwärtigen und rechtswidrigen Angriff mit den erforderlichen Mitteln zu reagieren. Die Verteidigung muss allerdings Verhältnismäßig sein, d. h. sie muss sich in Härte und Intensität am Angriff orientieren. Damit unterliegt jeder Bürger, ob Blumenzüchter, Fußballer, Straßenschläger, Fechter oder Kampfkünstler, denselben gesetzlichen Bestimmungen.

Eine Einschränkung gibt es dennoch: es besteht die Möglichkeit, dass Kampfsportler bzw. Kampfkünstler in einer Gerichtsverhandlung wegen Körperverletzung anders behandelt werden, als ein "normaler" Bürger. Viele Richter, Staatsanwälte und Anwälte unterliegen dabei den gleichen Vorurteilen und Irrtümern, wie wir sie hier beschreiben: Kampfkünstler müssten, da sie über ausreichendes Training verfügen, ihre Techniken "dosieren" können und in einer Verteidigungsaktion immer die für den Angreifer "schonendere" Technik anwenden. Insider wissen, dass es sich bei diesen Eigenschaften um Wunschvorstellungen handelt, die mit der Realität der Sportler nichts zu tun haben. Warum?

Zunächst einmal kann kein Training der Welt den Ernstfall simulieren. Selbst bei den sogenannten "Ultimate Fights", den härtesten Kämpfen unter realistischen Bedingungen, kommen die Veranstalter nicht ohne Regeln aus. Weiterhin stellen sich Sportler freiwillig derartigen Kämpfen und sind vor allem psychologisch gut vorbereitet. Die Straßenrealität ist anders: das Opfer wird zumeist plötzlich angegriffen, es ist psychologisch aber auch physisch (Adrenalin) nicht darauf vorbereitet und muss sich schnellsten mit der plötzlichen Situationsänderung zurechtfinden. In dieser Phase ist das Opfer den Angriffen des Täters - der sich psychisch und physisch auf diesen Kampf eingestellt hat - hilflos ausgesetzt. Nur im Kino oder im Fernsehen hat der Held einen 7. Sinn und kann jeden Angriff des Täters unbeschadet abwehren, kontern und gewinnen.

Ein Täter verfolgt seine sich vorher zurechtgelegte (unrechtmäßige) Strategie, um sein (unrechtmäßiges) Ziel zu erreichen. Das Opfer ist gezwungen, die ersten Angriffe einzustecken (Nehmerqualitäten?), seine psychisch desolate Situation (evtl. Schock) zu überwinden und synchron zu diesem (auch körperlichen) Stress eine adäquate Gegenstrategie zu entwickeln. Das Opfer muss schnell handeln, ansonsten ist seine Gesundheit oder sogar sein Leben gefährdet. In einer derartigen Stresssituation führen alle Entscheidungsschritte, die das Opfer bewältigen müsste, um über seine eigene Situation hinaus sowohl die rechtliche als auch die moralisch/ethische Konsequenz zu berücksichtigen, unweigerlich zu Zeitverlusten und damit zur Behinderung der Gegenwehr. Binnen von Sekunden müssen unter z. T. lebensbedrohlichen Umständen Entscheidungen getroffen werden, für deren Betrachtung Richter und Anwälte später viel Zeit und Ruhe haben. Bleibt die Frage, ob Kampfsportlern bzw. Kampfkünstlern derartige Fähigkeiten zugeordnet werden können.

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