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webservice 08 Feb , 2018

THEMEN - Welche Kampfkunst?

Die meisten Interessierten wissen nicht viel von der Kampfkunst, von Kampfsportarten oder von der Selbstverteidigung. Zumeist basiert das vorhandene Wissen auf Veröffentlichungen in den Medien (Kino, Fernsehen, DVD, Tagespresse). Leider sind die meisten Infos für die Suche nach einem passenden Angebot ungeeignet, da sie eher zu Vorurteilen veranlassen, als sich ernsthaft mit der Materie auseinander zu setzen.

Wie findet man ein für sich passendes Angebot?

Was also kann man selbst tun, wenn man gerne eine Kampfkunst, einen Kampfsport oder einen Selbstverteidigungssport trainieren möchte aber nicht über das notwendige Wissen verfügt, was genau das richtige für einen ist? Einfach auf das erstbeste Angebot zu vertrauen, wäre die schnellste aber am wenigsten zuverlässige Methode. Es gibt viele Angebote, die sich teilweise extrem voneinander unterscheiden. Nicht nur im Preis. Es fängt damit an, sich zu fragen, ob man gerne in diesen schönen weißen Anzügen trainieren möchte oder doch lieber seine eigene Trainingskleidung bevorzugt. Weiter geht es über die Fragen, wie eng der körperliche Kontakt zu anderen Mitliedern im Training sein soll, ob man evtl. auch mit z. B. einem Messer umgehen lernen möchte oder wie traditionell so ein Sport sein sollte. Will man nur kicken oder boxen trainieren oder lieber Hebel und Würfe – oder alles gemeinsam? Möchte man in kleineren Gruppen trainieren oder doch lieber in der Masse untergehen?

Natürlich stellt sich auch die Frage, was ich mir an Beiträgen überhaupt leisten kann und ob die jeweiligen Trainingszeiten mit dem eigenen Zeitplan korrespondieren. Diese und weitere Fragen gilt es, zunächst zu klären. Doch: Wie nähert man sich am besten so einer Entscheidung? Letztlich möchte man nirgendwo trainieren, wo sich vielleicht später herausstellt, dass es sich bei den Trainern und Inhabern um unseriöse Anbieter handelt?

Weiterlesen lohnt sich!

Hier möchte ich ein bisschen Hilfestellung leisten und habe im folgenden einige Tipps zusammengestellt, wie dennoch das zu einem passende Angebot im Bereich der Kampfkunst, des Kampfsportes und der Selbstverteidigung zu finden ist. Grundsätzlich gelten die gleichen Regeln für die Suche nach einem passenden Verein/ einer passenden Schule, wie für andere Dinge, die Geld kosten: immer misstrauisch sein, mehrere Angebote sichten und einen guten Kompromiss zwischen den Stimmen des Bauches und des Kopfes finden.

Die Planungsphase

Zunächst steht natürlich eine gute Planung. Schon hier neigen die meisten Interessenten dazu, dass erstbeste Angebot zu nehmen, das sie finden. Selbst beim Kauf einer Hose investieren viele mehr Zeit, als bei der Wahl der richtigen Kampfkunst und somit für die persönliche Sicherheit. Im folgenden möchte ich – aus meiner Erfahrung heraus – ein paar nützliche Tipps geben, um Interessenten die Suche nach der richtigen Kampfkunst, dem richtigen Kampfpsort und/oder der richtigen Selbstverteidigung etwas zu erleichtern.

Informationen Sammeln

Zunächst sollten – am besten im Internet – über die vielen Angebote im Bereich der Kampfkunst, des Kampfsportes und der Selbstverteidigung Informationen gesammelt werden. Worin die Unterschiede dieser Überbegriffe liegen, können Sie können im Kampfsport-Kompakt-Blog HIER nachlesen.

In Deutschland kennt man zumeist Judo, Karate, Aikido, Taekwon-Do, Kick-Boxen, Boxen, Ringen und Jiu-Jitsu – also vor allem die japanischen und koreanischen Kampfkünste – mehr oder weniger gut. Du solltest wissen, dass fast jedes Land dieser Erde eigene Kampfkünste entwickelt hat, wie z. B. Savate (Frankreich), Silat (Indonesien, Malaysien), Kali, Escrima und Arnis (Philippinische Inseln), Jun-Fan Gung-Fu und Jeet Kune Do (USA), Ju-Jutsu (Deutschland) und Thaiboxen (Thailand). Nimm Dir daher die Zeit bei der Sichtung der vielen Angebote – je mehr Du darüber weißt, umso besser bist Du informiert und niemand kann Dir künftig etwas vormachen!

Welches Angebot passt zu Dir?

Dann die entscheidende Frage: Was ist Dein Ziel? Welche Inhalte sollte ein Angebot haben, dass für Dich passend ist? Eine kleine Hilfe könnte die Abarbeitung der folgenden Fragen sein:

  • Ist der direkte Kontakt mit einem Partner, also Fassen, Werfen, Würgen, Hebeln und Bodenkampf für Dich okay?
  • Würdest Du gerne auch Kicken und Boxen lernen?
  • Suchst Du einen Kampfsport, also möchtest Du auch an Wettkämpfen teilnehmen oder eher eine Kampfkunst oder eine Selbstverteidigung?
  • Legst Du viel Wert auf das Tragen von weißen Anzügen oder wäre Dir eine normale Trainingskleidung lieber?
  • Legst Du viel Wert auf Gürtelprüfungen oder empfindest Du Prüfungen als nicht so wichtig?
  • Möchtest Du gesund trainieren, achtest Du auf Deine Gesundheit und suchst Du nach einem Training, dass z. B. eine moderne Gymnastik anbietet?
  • Verbindest Du das Training mit Zielen, wie z. B. einer Gewichtsreduktion oder der Erhöhung Deiner Beweglichkeit?
  • Ist es Dir wichtig, dass die Trainer immer auf dem neuesten Stand und pädagogisch geschult sind?
  • Ist Dir die Gruppengröße beim Training wichtig?
  • Ist Dir die Zusammensetzung der Gruppe beim Training wichtig (Alter, Geschlecht, Staatsangehörigkeit)?
  • Wie wichtig ist Dir der Ruf einer Schule bzw. eines Vereins?

Hast Du diese grundlegenden Punkte für dich abgeklärt, kannst Du jetzt weiterplanen. Wichtig ist, dass Du Dir wirklich über Deine eigenen Befindlichkeiten und Intentionen (Ziele) – unabhängig von den Angeboten – im Klaren bist!

Welche Schule bzw. welcher Verein würde zu Dir passen?

Zuerst ein ganz wichtiger Tipp: niemals nur einem Angebot nachgehen und sich auf dieses stürzen, sondern mindestens drei (besser mehr) erkunden. Damit hast Du direkte Vergleiche und erhöhst Deine Chancen auf ein seriöses und für Dich passendes Angebot. Du stolperst über den Begriff „seriös“? Leider gibt es sehr viele unseriöse Anbieter, die Ihren Kunden nur das Geld aus der Tasche ziehen und sich z.B. mit gekauften oder ergaunerten Doktoren-, Professoren- und Meistertiteln schmücken. Daher ist diesbezüglich schon etwas Vorsicht angesagt, um sich vor derartigen Leuten zu schützen.

Adressen von Vereinen und Schulen sollten nicht aus dem Branchenverzeichnis bezogen werden, denn hier inserieren viele unseriöse Schulen. Sicherlich sind „Suchanfragen“ in Foren ebenfalls eine Option. Die jeweiligen Antworten sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da hier – durch die Anonymität bedingt – kaum oder gar nicht zu erkennen ist, mit welchem Background (z. B. Trainingserfahrung, Erfahrung in der Szene) ein bestimmter User antwortet. Häufig werden in Foren auch Klischees bedient, wie z. B. es gebe „die ultimativen Systeme“ oder es gebe Systeme, die „leicht zu erlernen“ seien. Derartige Klischees und Vorurteile – die in Foren natürlich wesentlich intelligenter und sensibler umschrieben werden – können auch nur entlarvt werden, wenn sich vorher umfassend informiert wurde. Sicherlich gibt es in Foren auch sehr gute und individuelle Antworten. Das Problem ist demnach, die guten und wichtigen Informationen von den weniger guten und unwichtigeren zu unterscheiden. Du siehst: Wissen ist alles – wenn man weiß, auf was zu achten ist, sind Foren natürlich eine gute Quelle – vorausgesetzt, man hält auch die z. T. sehr kontrovers geführten Diskussionen aus und lernt, davon zu profitieren.

Daher ein noch ein letzter Vorschlag: Erkundige Dich bei Deinem Kulturamt bzw. Sportamt oder bei guten Freunden oder Bekannten. Auf jeden Fall aber sollte im Internet gestöbert werden. Wichtig ist: schon hier so viele Informationen wie möglich zu sammeln. Erstelle Dir eine Liste mit den positiven und negativen Punkten der betreffenden Angebote. Überwiegen schon im Vorfeld die negativen Aspekte, streiche die Angebote zwecks Übersichtlichkeit!

Die Erkundungsphase

Nachdem Du also mindestens drei (besser mehr) Angebote in die engere Wahl gezogen hast, nimm Kontakt mit den Vereinen oder Schulen auf, die Du Dir notiert hast. Dies kann per Email passieren, besser ist jedoch der direkte Kontakt über das gute alte Telefon, da so bereits ein erster, persönlicher Eindruck zu gewinnen ist. Fragen: spricht der Verantwortliche verständlich? Beantwortet er sämtliche Fragen oder weicht er aus? Will er bereits am Telefon zu einem Vertrag überreden bzw. spricht er einen möglichen Vertrag an? Ist er freundlich oder unfreundlich? Nimmt er sich Zeit, ist er geduldig? Prahlt oder Protzt er am Telefon von den Erfolgen bzw. Vorteilen des Vereins/der Schule? Mit den folgenden Fragen klärst Du weitere, wichtige Dinge ab:

  • Welche Angebote hat der Verein/die Schule?
  • Wie viele Mitglieder und Trainer sind vorhanden?
  • Wie sind die Trainingszeiten?
  • Mit welchen Kosten ist zu rechen und wie setzen diese sich zusammen?
  • Wie lange sind die Laufzeiten der Verträge, welche Angebote gibt es?
  • Kann eine Probezeit vereinbart werden?

Sofern Du einen positiven Eindruck gewonnen hast, sollte ein Probetraining vereinbart werden. Dieses Probetraining sollte mindestens 2-3 Einheiten betragen, damit Du ausreichend Gelegenheit hast, Trainer, Schüler und das gesamte Angebot kennen zu lernen. Sollte keine Probetraining möglich sein, sollest Du das Angebot aus Deiner Wahl ausschließen. Vereine oder Schulen möchten Dich naturgemäß möglichst schnell zu einem Vertragsabschluss überreden, daher zahlt sich Vorsicht immer aus!

Die Aktionsphase

Ist soweit alles gut gelaufen, hast Du also jetzt einige Probetrainings-Einheiten vor Dir. Aus dem Probetraining selbst gilt es, möglichst viele Informationen zu ziehen, mit denen Du später im direkten Vergleich zu anderen Angeboten eine gute Entscheidung erzielen kannst. Hier einige Anhaltspunkte, auf die während des Probetrainings geachtet werden sollten:

  • Achtet der Trainer auf Dich und die anderen Mitglieder?
  • Dürfen die Schüler Fragen stellen – beantwortet der Trainer diese Fragen angemessen?
  • Kann der Trainer gut erklären – verstehst Du, worum es im Training geht?
  • Bedient der Trainer Vorurteile und/oder Klischees?
  • Wie ist das Erscheinungsbild des Trainers? (z. b. Sieht er gesund/ gepflegt aus = Rückschlüsse auf Lebenswandel!)
  • Wirkt der Trainer persönlich und fachlich kompetent?
  • Wie ist die Trainingsatmosphäre: entspannt, ruhig, freundschaftlich, angenehm oder aggressiv, distanziert, unfreundlich, unangenehm, bedrohlich?
  • Achte auf die Schüler und frage Dich beim Probetraining, ob Du Dir vorstellen kannst, mit ihnen zu trainiere. Sind sie rücksichtsvoll, offen und freundlich? Albern sie herum oder stören sie, ohne dass der Trainer eingreift? Besteht die Gruppe vorwiegend aus einer bestimmten Zielgruppe? Sind aggressive Schüler zu beobachten – wie gehen andere Schüler damit um, wie der Trainer?
  • Gehe unbedingt nach dem Probetraining noch einmal die gelernten Inhalte durch: was hast Du körperlich und intellektuell mitgenommen/ gelernt?

In dieser Phase ist Deine Beobachtungsgabe gefordert. Je besser Du beobachtenst, umso mehr Infos hast Du, um letztlich eine gute Entscheidung zu treffen. Mache Dir nach jedem Probetraining Notizen, damit Du später bei der Entscheidung auch die richtigen Informationen der richtigen Schule/dem richtigen Verein zuordnen kannst! Wichtig ist, unbedingt viele Informationen über den/die Trainer zu bekommen. Sie sind es, unter denen Du später entweder „lernen“ oder „leiden“ wirst. So wirken z. B. übermäßig dicke Trainer wenig authentisch im Bezug auf ein physisch und psychisch gesundes und ausgewogenes Training. Letztlich ist Übergewicht – abgesehen von den wenigen krankhaften Auslösern – grundweg das Produkt von mangelnder Selbstkontrolle und einem unidealen Lebenswandel.

Die Entscheidungsphase

Nachdem Du Dein Probetraining hinter Dich gebracht hast, nimm Dir Zeit für die Entscheidung. Denke an die ersten Punkte, also dass Du vor hast, Zeit und Geld zu investieren. Von daher sollte Deine Entscheidung grundlegend auf Deine vorher gemachten Notizen aufbauen. Denke daran: Deine persönliche Sicherheit sollte Dir etwas Wert sein!

Hier noch eine weitere Entscheidungshilfe, um evtl. nicht passende Schulen oder Vereine zu erkennen und aussortieren:

  • Nimm Abstand von Trainern oder Schülern, die andere Vereine oder Schulen beleidigen oder schlecht machen – das sind schlechte charakterliche Züge.
  • Nimm Abstand von Trainern, die zu schnell über Geld reden und bei denen das Gefühl aufkommt, schnell zu einem Vertragsabschluss überredet zu werden.
  • Nimm Abstand von aggressiven Trainern oder Schülern.
  • Nimm Abstand von Trainern, die Versprechungen machen.
  • Nimm Abstand von Vereinen oder Schulen, in denen Ausrüstungsgegenstände, wie z. B. Anzüge oder Schutzausrüstung ausschließlich über den Verein/die Schule bezogen werden muss – diese werden zumeist überteuert angeboten.
  • Nimm sofort Abstand von Vereinen oder Schulen, die kein Probetraining anbieten.

Vereine oder Schulen mit abwechslungsreichen Tarifen können Dir die Entscheidung erleichtern, zumeist gibt es eine Staffelung zwischen der Dauer des Vertrages und der Höhe der Beiträge. In Vereinen wirst Du eine derartige Staffelung weniger vorfinden, die meisten bieten Halbjahres- bzw. Jahresverträge mit wesentlich geringeren Beiträgen, wie Schulen an. Die hierbei vorzufindenen Unterschiede hängen zumeist davon ab, wie der Trainingsort (Halle oder Dojo) finanziert wird: Entweder über eine reguläre Miete, die i. d. F. mindestens über die Mitgliederbeiträge abgesichert werden muss, oder durch die Hallenvergabe der jeweiligen Kommune. Letzteres gilt zumeist für gemeinnützige Vereine.

Wenn Du Dir über ein Angebot sicher bist, solltest Du Dich nicht davor scheuen, Dich auch länger zu binden – es sei denn, Deine Recherche steht auf wackligen Füßen.

Anfänger- oder Schnupperkurse bieten ebenfalls einen guten Einstieg in einen Verein oder eine Schule. Darüber kannst Du noch einmal an ergänzende Informationen kommen und musst Dich nicht gleich entscheiden. Die Entscheidung danach steht dann allerdings auf ziemlich gesicherten Beinen!

Zum Schluss musst Du Dir darüber im Klaren sein, welchen Zeitaufwand das Training benötigt, auf welchen Wochentag das Training liegt und ob ein regelmäßiges Training für Dich ohne Hindernisse möglich ist. Herzlichen Glückwunsch! Du hast Deine Kampfkunst, deinen Kampfsport und/oder Deine Selbstverteidigungssportart und eine entsprechende Schule bzw. einen entsprechenden Verein gefunden. Ab jetzt heißt die Devise: Trainiere fleißig und regelmäßig und Du wirst recht bald Fortschritte erkennen!

THEMEN - Der Ernstfall

Fast täglich wird in den Medien, wie z. B. Tageszeitungen, Fernsehen und Radio über Gewalttaten berichtet. Hinzu kommen Berichte von z. B. Freunden, Nachbarn oder Arbeitskollegen über die neuesten Ereignisse aus der näheren Umgebung, bestückt mit einer persönlichen Note aus Besorgnis, Hilflosigkeit und Schiksalsfügung. Es entsteht eine Diskrepanz zwischen einer gefühlten und der tatsächlichen Bedrohungslage, da tiefgreifende Emotionen häufig ein rationales und praktischen Denken überlagern. Wie sieht aber so ein Ernstfall in der Praxis aus?

Menschen vs. Realität

Für viele Menschen ist die Realität von Gewalttaten glücklicherweise weit von deren Lebenspraxis entfernt. Ihre einzige Möglichkeit ist daher, sich dem Thema theoretisch anzunähern, sofern hierzu die Motivation besteht. Dabei wirft die Praxis von Gewalttaten viele Fragen auf. Eine der hierbei am häufigsten gestellten Fragen ist die nach der eigenen Sicherheit, explizit nach Möglichkeiten, sich selbst effektiv schützen bzw. verteidigen zu können. Auch hier entstehen Diskrepanzen zwischen Gefühl und Praxis. So betreiben beispielsweise einige Menschen gerade aufgrund des eigenen Sicherheitsgefühls eine Kampfsportart oder eine Kampfkunst. Einige unter ihnen werden aber dennoch Opfer einer Gewalttat, da sie die Praxis des Ernstfalls zumeist im Training idealisiert und sportlich aufgearbeitet vorgefunden haben.

Damit ist gemeint, dass ein Kampf – unabhängig davon, wo er stattfindet (Sporthalle, Straße) sehr häufig in schwarz-weiß gemalt wird: Entweder man gewinnt, oder man verliert. Diese Ideologie macht – so komisch das jetzt auch klingen mag – durchaus im Kampfsport Sinn, weil derenz Essenz sich im Wettkampf aus gewinnen und verlieren speist. „The Winner takes it all“… heißt das Lied der bekannten schwedischen Popgruppe „ABBA“, welches das Gewinnen und Verlieren nebeneinander stellt: Der Gewinner nimmt alles und steht im Rampenlicht, der Verlierer hat nichts mehr und steht im Abseits. Eine sehr sportliche Sichtweise, die auch sportliches Verhalten (z. B. Fairness) voraussetzt.

Die Realität auf der Straße folgt allerdings anderen Gesetzmäßigkeiten. Dort existieren weder Fairness noch ein schützendes Regelwerk und es wäre viel zu kurz gegriffen, würde man Täter und Opfer mit Verlierer und Gewinner gleichsetzen. Hierzu ein Beispiel aus der Praxis:

In mehreren Fernsehsendungen nach der Vergewaltigung in der Hamburger S-Bahn wird eine Berliner Judo-Kämpferin gezeigt, wie sie zwei aggressive Jugendliche zwar fachgerecht aufs Parkett legt, sich dabei aber selbst schwer verletzt und invalide wird. Das Schicksal dieser Frau versinnbildlicht Risiken und Nebenwirkungen von Selbstverteidigung als Strategie gegen Gewalt.

Joachim Kersten – Selbstverteidigung gegen Gewalt in Psychologi heute, Jg. 1997/12

Wer ist in diesem Fall der Gewinner, wer der Verlierer? Wahrscheinlicher ist, dass die Judokämpferin nicht um einen Pokal, sondern um ihr Leben bzw. ihre Gesundheit kämpfte. Die Entscheidende Frage hierbei ist: Wie verändert der Kampf um die eigene Gesundheit und/oder das eigene Leben die Realität einer derartigen Auseinandersetzung?

Dem komplexem Ernstfall mit seinen Gesetzmäßigkeiten und dynamischen Entwicklungsmustern, dessen lauernden Gefahren und erheblichen Risiken für Leib und Leben muss daher mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dabei gilt es, unabhängiger von Emotionen und Vorstellungskraft einen Blick auf Realität des Ernstfalles zu werfen. Nur mit einem derartigen, an die Realität gebundenen Wissen wird deutlich, was Opfer durchleben, was für „Handwerkszeug“ im Ernsfall überhaupt benötigt wird und warum die richtigen, präventiven Maßnahmen sowohl für jeden einzelnen Menschen, als auch für gefährdete Personengruppen nicht nur sinnvoll und hilfreich, sondern auch notwendig sind.

Brisante Situationen

Stressoren

Um den Ernstfall als Gefahr zu begreifen, ist ein Blick auf die Situationen notwendig, die zu Eskalationen führen können. Ersichtlich wird, dass jeder Opfer einer Gewalttat werden kann, selbst wenn er sich – nach eigenem Ermessen – noch so zurückhaltend und friedfertig verhält. Daher sollte man die wenigen Optionen, die man in derartigen Momenten zur Verfügung hat, ausnutzen. Hierzu gehört die Fähigkeit, zu erkennen und zu verstehen, wie die Mechanismen von gewaltauslösenden Faktoren ineinander greifen. Nur damit verschafft man sich unter den wenigen, eigenen Optionen eine reelle Chance, durch präventive Maßnahmen (z.B. Deeskalationstechniken) brisante Situationen entschärfen oder entspannen zu können.

Autor und anerkannte Autorität in der Kampfkunst, Keith R. KERNSPECHT, beschreibt in seinem Buch „Blitzdefence – Angriff ist die beste Verteidigung“ (Seite 25) brisante Situationen folgendermaßen:

  • Viele Personen auf engem Raum, auch Massenveranstaltungen, ggf. mit hohen Erwartungen an das Ereignis (z. B. Fußballspiele, politische Demonstrationen, Disco, Kneipe)
  • Stress im Straßenverkehr, bei der Parkplatzsuche, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auf dem Schulhof
  • Verteidigung des eigenen Terrains, z.B. auf dem eigenen Grundstück, im Geschäft usw.
  • Direkte Konfrontation mit feindlich gesonnenen Menschengruppen, z.B. Skinheads – Punker, Deutsche – Ausländer, Ghettobewohner – Privilegierte
  • Beim Streit am Arbeitsplatz
  • Beim Aufenthalt an unbeobachteten Orten, z.B. Parkhaus, Fahrstuhl, öffentliche Toilette, Hauseingänge

Viele Menschen kennen solche Situationen und versuchen sie zu vermeiden. Auf den ersten Blick mag diese Strategie sinnvoll erscheinen, langfristig gesehen birgt sie jedoch zwei Probleme: zum Einen entzieht man sich damit einem gewissen Lerneffekt. Da nicht sämtliche Situationen vermieden werden können, wird unweigerlich der Tag kommen, an dem eine derartige „Prüfung“ ansteht. Hilfreich wäre, wenn man bereits Handlungsstrategien aufgrund vorheriger Erfahrungen positiv einsetzen könnte. Zum Anderen verursacht eine permanente Vermeidung derartiger Situationen eine enorme – zumeist psychische – Belastung für den Alltag, da sich sämtliche Planungen um diesen einzigen Punkt drehen. Dies könnte eine erhebliche Verringerung der Lebensqualität zur Folge haben, welche langfristig unweigerlich in psychische Erkrankungen mündet.

Weitere Faktoren

Zumeist entstehen problematische Situationen auf Grund undurchsichtiger bzw. unklarer Sachlagen, unreflektierter und vorschneller Schlussfolgerungen und übereilter Handlungen. Oft sind es mehrere Gewalt auslösende Faktoren, die eine Eskalation zur Folge haben. Von daher ist es wichtig, schon die ersten Anzeichen zu erkennen und zu deuten, um eine Eskalation abzuwenden. Grundsatz für Kampfkünstler und Kampfsportler ist: wenn Technik eingesetzt werden muss, haben bereits alle vorherigen, präventiven Maßnahmen versagt. Anders gesagt: die Anwendung von Techniken ist die – in einer aus mehreren Interventionen bestehenden Handlungskette – letzte bleibende Möglichkeit, um eine Gefahr für sich oder andere abzuwehren. Dementsprechend sorgfältig sollte man damit umgehen, sofern eine gefährliche Situation derartige Abwägungsprozesse überhaupt zulässt. Kernspecht zählt hierzu die folgenden Faktoren auf, welche Gewalt auslösen können:

  • Revierverhalten (auch im Straßenverkehr). Macho-Gehabe
  • Überforderung durch Belastung oder Konflikte in Familie und Beruf
  • Mangelnde Toleranz für andere (z. B. ehnisch-religiös)
  • Verblendung durch Aufhetzung von anderen, Rassismus, Vorurteile
  • Enttäuschte Erwartungen, auch in der Partnerschaft
  • Gefühl der eigenen Minderwertigkeit, Unzufriedenheit
  • Hohes Aggressionspotential, z. B. durch Alltagsärger, Frust, Neid, Wut und das Bedürfnis, sich abzureagieren (Ventilfunktion)
  • Steigende Gewaltbereitschaft durch Konsum von verrohenden Fernseh- /Video-Sendungen und Computerspielen
  • Suche nach eigenen Grenzen (z.B. antiautoritäre Erziehung)
  • Verzerrte Wahrnehmung durch Drogen oder Alkoholmissbrauch
  • Aggression auslösende Körpersprache, z. B. breitbeinig stehen, verschränkte Arme, Hände in die Hüften stemmen (non-verbale Kommunikation)
  • Verletztes Ehrgefühl und vermeintliche Kränkung (Beleidigungen)
Komplexitäten

Tätersicht

Angesichts der unabsehbaren Konsequenzen für Leib und Leben beinhaltet eine Gewalttat – also der Ernstfall – äußerst bedrohliche „Qualitäten“. Sämtliche Gegebenheiten eines solchen Vorfalls begünstigen zunächst den Täter: er bestimmt Ort, Zeitpunkt, Vorgehen und Angriffstechnik und ist emotional und körperlich auf sein Vorhaben fixiert. In seinen Adern wirkt bereits das Streßhormone Adrenalin. Dies verschafft ihm die nötige Aggressivität, schaltet humanitäre Einflüsse aus und fokussiert seine gesamte Energie auf die geplante Absicht. Ein Täter unterliegt demnach in solchen Situationen keinem rationalen Rechtsempfinden und ist weder moralisch noch ethisch regulierbar. Gedanken über Sinn, Unsinn und Folgen macht sich der Täter in solchen Momenten nicht, Gewissensbisse und Hemmschwellen sind praktisch nicht vorhanden.

Temporär ist das Tätervorgehen geschätzt zu fast 90% erfolgreich. Man muss sich nur vor Augen halten, wie alt das Verbrechen bereits ist, wie es sich entwickelt und der jeweiligen Zeit angepasst hat und wie es sich den technischen Fortschritt zunutze machte. Will sagen: Hinter dem Verbrechen stehen fundierte Erfahrungen. Auch moralisch gibt es durchaus „Fortschritte“, wenn man das so nennen darf. Dem Täter hilft es, moralisch ungebunden zu sein, von daher sieht er die Menschen, denen er Leid zufügt, nicht als Menschen, sondern als Objekte. Er hat ein Ziel und wird für sein Umfeld entsprechend so lange zur Gefahr werden, bis dieses erreicht ist. Dabei ist das größte Problem eines Täters die Wahrung seiner Identität.

Auch wenn viele der Täter vllt. schon wärend ihrer Tat oder kurz danach gefasst werden können, bleiben aufseiten der Opfer zumeist bleibende Erinnerungen (vllt. sogar Traumata) zurück.

Opfersicht

Der Verteidiger ist – unabhängig von seiner momentanen Situation (gute Laune, mit Kinofilm beschäftigt, schlafend, spielend, im Gespräch vertieft, mit Kindern spazieren, etc.) – gezwungen zu reagieren, wenn er aufgrund der notwendigen Reaktionszeit (Zeitloch) und der eigenen Persönlichkeit (Reife) überhaupt dazu in der Lage ist. Die Situation ist unausweichlich: er muss sich dieser plötzlichen stressigen Gefahr stellen. Bei ihm bewirkt das Adrenalin eher Kniezittern, der Körper fühlt sich kraftlos an, die Situation überfordert ihn.

Angesichts der Stresssituation fällt es dem Verteidiger außerordentlich schwer, rationale und adäquate Entscheidungen zu treffen: er schwankt zwischen Panik, Flucht, Gegenwehr oder sich in sein Schicksal fügen. Flucht ist für den Verteidiger nur sinnvoll, wenn er konditionelle (Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit) Vorteile gegenüber dem Angreifer besitzt. Viele Trainer geben häufig auch Frauen und Kindern den Tipp, den Angreifer zuerst mit einem „mind-drop“ (eine Art Schock) abzulenken, um anschließend die Flucht antreten zu können. Dabei wird unterschätzt, dass es sich bei dem Angreifer um eine zumeist besonders gefährliche und rücksichtslose, evtl. sogar psychisch vorbelastete Person handelt. Sie verfolgt eigenständig und intelligent methodische und taktische Ziele und ist z.T. sogar bereit, bis zum bitteren Ende zu kämpfen.

Letztlich steht für den Angreifer viel auf dem Spiel: gerade bei schwerwiegenden Gewalttaten wird er kein Mittel scheuen, um seine Identität zu schützen. Auch aus diesem Grund ist ein derartiger Tipp mit äußerster Vorsicht zu genießen, da er von vornherein die konstitutionellen Gegebenheiten des Täters außer Acht lässt. Außerdem neigen Opfer häufig aus Panik dazu, sich bei der Flucht zu verlaufen bzw. ihren Fluchtweg unkoordiniert anzutreten – dies kann ein verhängnisvoller Fehler sein! Auch wäre es unklug, vor dem Täter zu flüchten, wenn man selbst konditionell nicht gut aufgestellt ist: Man flieht, wird eingeholt und hat dann – weil man durch die Flucht selbst geschwächt ist – kaum noch körperliche Mittel zur Gegenwehr.

Resümee

Zusammenfassend ist der Ernstfall bei genauerer Betrachtung wesentlich komplexer, als er auf den ersten Blick erscheint. Eine genaue Betrachtung ist aber sinnvoll, um verhängnisvolle Fehler aufgrund unzureichender Informationen auszuschließen. Außerdem bleibt festzustellen, dass es „die Strategie gegen einen Angreifer“ nicht gibt und nie geben wird. So ist es z.B. in einer Situation durchaus sinnvoll den Täter durch Schreie und einer massiven Gegenwehr entgegenzutreten, in einer anderen Situation kann genau diese Strategie versagen und den Täter zu noch mehr Aktivität (vielleicht sogar zum Einsatzt noch brutalerer Mittel und Möglichkeiten) verleiten.

Um einem Vorurteil vorzubeugen: jede Waffe, die man mit sich führt, kann einem auch durch den Täter abgenommen werden, wobei diese unerwartet zur eigenen Gefahr wird. Dies gilt selbstverständlich (und gerade) auch für Messer in ungeübten Händen. Leider werden Täter häufig als unintelligente Nichtskönner angesehen, gegen die man sich leicht zur Wehr setzen kann. Von derartigen Bewertungsmodellen ist dringend abzuraten. Jeder Täter ist grundsätzlich eine Gefahr und sollte als solche erkannt und eingestuft werden. Daher gilt immer der Leitsatz: nur Waffen bei sich tragen, die a) sofort einsetzbar sind und b) deren Gebrauch man wirklich gut beherrscht. Die meisten Waffen scheitern allerdings schon an ihrer Einsetzbarkeit.

Ein letzter Gedanke beschäftigt sich mit der Moral. Täter sehen ihre Opfer als Objekte, nicht als Menschen. Eine erartige Sichtweise erleichtert es ihnen, ihr Vorhaben mit ihrem Gewissen zu vereinbaren. Wäre das nicht auch eine (erstrebenswerte) Strategie für Opfer? Wenn ja, stellt sich die Frage, wo und wie so etwas zu erlernen ist.

Kampfkunst vs. Realität

Das Training

Das normale Training in einem Verein oder einer Schule presst die Schüler in eine bestimmte Form, Angriffe sind nicht ernst gemeint, Verletzungen deswegen nicht zu befürchten. Fairness und ein partnerschaftlicher Umgang miteinander sind zumeist feste Bestandteile der Statuten eines Vereines bzw. einer Schule. In einem sportlich fairen Wettkampf haben beide Parteien von Anfang an die gleichen Chancen, ein Kampfrichter überwacht die Einhaltung bestimmter Regeln. Begrenzungen der Kampffläche und der Kampfzeit, die Unterscheidung in Alters- und Gewichtsklassen sowie die Entschärfung gefährlicher Techniken charakterisieren den Wettkampf. Dieser unterscheidet sich deutlich von dem ernsten Charakter eines Straßenkampfes und ist daher in seinem Realitätsgrad erheblich eingeschränkt.

Außerdem handeln die verschiedenen Kampfsportarten und Kampfkünste im Bereich ihrer Selbstverteidigungsangebote fast ausschließlich ihr eigenes Repertoire ab. So besteht der Selbstverteidigungsaspekt im Judo hauptsächlich aus Würfen, Würgern und Haltegriffen, im Karate und Taekwon-Do eher aus Fuß- und Handtechniken und im Aikido vornehmlich aus Würfen, Hebeln und Rotationsbewegungen. Da Gewalttaten in ihrem Verlauf zumeist über mehrere so genannte „Kampfdistanzen“ ausgetragen werden und häufig mit der Bodenlage eines oder aller Kontrahenten enden, ist das Training sämtliche Distanzen für den Ernstfall unausweichlich.

Die Realität

In der Realität müsste ein Verteidiger „omnipotent“ sein, um in einem Ernstfall verlässlich überlegen agieren zu können. Er müsste zum Zeitpunkt des Ernstfalls sowohl alle Kampfdistanzen beherrschen, als auch in der Lage sein, sämtliche darin enthaltene Techniken und Prinzipien ohne Verzögerung in Echtzeit anwenden zu können. Ebenso müsste ein Verteidiger zum Zeitpunkt des Ernstfalls physisch absolut fit und psychisch absolut stabil sein. Überdies müsste er über einen 7. Sinn verfügen, der ihn dazu befähigt, Gefahren bzw. Angriffe, die kurz bevor stehen, voraus zu sehen – wie in Filmen. Ein solcher Verteidiger wäre ein Prototyp. Er wäre der Schrecken eines jeden Täters. Kurzum: Er wäre Supermann.

Einen solchen idealisierten Verteidiger gibt es nicht. Dafür ist der Mensch viel zu fehlerhaft. Niemand weiß wirklich, wie er in derartigen Stresssituationen reagieren wird: blockiert der Geist? Sind die Beine schwach und lähmt die Angst das eigene Denken? Niemand weiß es vorher und weil kein Ernstfall einem anderen gleicht, können Menschen, die schon einmal Opfer einer Gewalttat geworden sind, auch hieraus keinerlei Rückschlüsse auf einen evtl. bevorstehenden Ernstfall ziehen. Genau dies ist auch das Problem der Kampfkünste und Selbstverteidigungssportarten: Angst kann man nicht ab- bzw. wegtrainieren, demzufolge auch nicht die damit einhergehenden physischen und psychischen Reaktionen.

Das Wort „Training“ weißt schon auf den Übungscharakter hin, wohingegen bei einem Ernstfall das Opfer (fast) ausschließlich auf Urinstinkte, verinnerlichte Verhaltensweisen und tief verwurzelte Charaktereigenschaften zurückgreift. Ein Training findet immer in einer geschützten Umgebung statt und der Deal mit jedem Trainingsteilnehmer ist der, gesund und unversehrt vom Training nach Hause zurückzukehren. Auch die härtesten Trainingseinheiten mit dem Maximum an Realitätsnähe wird im Bewusstsein des Trainierenden nicht die Qualität eines tatsächlichen Ernstfalls mit all seinen physischen und psychischen Herausforderungen spiegeln. Ganz abgesehen davon werden sich Täter keine Opfer aussuchen, von denen von vornherein Probleme oder Schwierigkeiten ausgehen könnten.

Dennoch kann man durch ein gutes und umfassendes Training zumindest die Inhalte vertiefen, welche für einen Ernstfall unbedingt benötigt werden. Der folgende Überblick verdeutlicht den technischen Umfang eines Ernstfalls, bei der sich Täter und Opfer über sämtliche Distanzen bekämpfen. Abgesehen von den körperlichen Herausforderungen eines solchen Kampfes lässt sich der Stressfaktor nur erahnen. Die möglichen Kampfkünste und Kampfsportarten, welche hinter den jeweiligen Distanzen aufgeführt sind, sollen die Bandbreite der Angebote verdeutlichen und stehen repräsentativ für sämtliche Angebote: